Herwig R. Friedag, Walter Schmidt

E-Controlling.

Der Controlling-Berater zum e-Business in zukunftsorientierten Unternehmen.

Freiburg u. ö.: Haufe, 2001, 294 S.

Was bringt E-Business dem Controlling, was erzwingt es?
Die Autoren nehmen sich dieser wichtigen Diskussion in einem Fachbuch an, das zugleich eine Geschichte erzählt: wie aus der „Meine Küche GmbH“ die moderne „MyKitchen.net“ geschaffen wird. Dabei wird das gesamte Unternehmen auf den Kopf gestellt, neu organisiert und anders gemanaged – nicht zuletzt durch ein erweitertes Controlling, um das es hier geht.

Kapitel 1 führt in diesen „Business Case“ ein und analysiert, was daran Management und Controlling herausfordert.

Neues Absatzcontrolling nötig

Kapitel 2 widmet sich bodenständig Marketing und Vertrieb als dem Ausgangspunkt der Überlegungen zum E-Commerce. Es zeigt sich: ein neues Absatzcontrolling ist nötig.
Neu zu gestalten sind auch die Grenzen von Kooperation und Wettbewerb, die Kapitel 3 diskutiert. Die klassischen Einkaufsbeziehungen beengen die Entwicklung, neue Partnerschaften sind zu gestalten. Wiederum ist das Controlling gefragt.

Kapitel 4 zeigt, dass E-Business vor nichts Halt macht: „Nichts wird bleiben, wie es war“. Neuartige Zusammenarbeit und Organisation, Strukturen müssen aufgelöst werden, Servicecenter entstehen, Prozesse im Kaufmännischen werden optimiert und das Leistungsspektrum erweitert. Das fordert auch mehr Transparenz. Der Controller muss das Controlling anpassen, das strategische wie das operative.

E-Business soll sich lohnen – Kapitel 5 widmet sich der Finanzierung, der Kapitalflussrechnung und Finanzplanung. Leistungen sind sachlich neu abzugrenzen und zu konsolidieren – eine Herausforderung in den komplexeren Kooperationsbeziehungen. Die damit verbundene Beschleunigung muss der Controller beherrschbar machen. Friedag und Schmidt behandeln auch, wie Kosten und Leistungen bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung von E-Business zugeordnet und getrennt werden können.

Zu allem Überfluss sind nun auch immaterielle Werte im Rechnungswesen zu erfassen. Kapitel 6 schildert die Überforderung des klassischen Ansatzes, zeigt den Änderungsbedarf und skizziert den „Weg zu einem ausgewogenen Management“.

Umsetzen mit der Balanced Scorecard

Wie lässt sich all das Neue, das in einer so modernisierten Strategie Aufnahme gefunden hat, in die Tat umsetzen? Mit Hilfe der Balanced Scorecard, so die eindeutig Antwort von Friedag und Schmidt. Sie schildern unter anderem, wie die Führungs-Scorecard erarbeitet wird, wie Aktionen zu strategischen Projekten gebündelt und diese budgetiert werden. Lernprozesse, Berichtswesen und Fragen des Benchmarking werden ebenfalls besprochen.

Das Fazit der Autoren: Der Controller steht vor neuen Möglichkeiten, leichter wird seine Arbeit nicht. Controlling gewinnt an Gewicht für die Entscheidungen des Management, es wird ein Teil des Management. E-Controlling stellt neue Fragen und erfordert neue oder modifizierte Instrumente.

Die CD-Rom bietet Controlling-Tools und Software zur Balanced Scorecard. Ein nützliches Glossar und das Stichwortverzeichnis runden den Band ab.
Frisch und erprobt aus der Praxis, auf das Wesentliche beschränkt und dabei neben der nötigen analytischen Schärfe menschlich erzählt – wer sich so ein modernes Wirtschafts-Buch vorstellt, wird mehr als zufrieden sein.

Aus dem Inhalt:

  • Küchenmöbel aus Halberstadt – ein Produkt für die Welt?
  • Marketing & Vertrieb – der Ausgangspunkt des e-Commerce
  • Kooperation und Wettbewerb – wo bleiben die Grenzen?
  • Nichts wird bleiben, wie es war
  • Auch e-Business muss unterm Strich Geld bringen
  • Immaterielle Werte erfassen – wie e-Commerce das Rechnungswesen reformiert
  • Eine Strategie muss es sein – mit Hilfe der Balanced Scorecard in die Tat umsetzen
  • Versuch eines Fazits: Ortsbestimmung für den Controllerservice im e-Business
  • Glossar
  • Anwendungen auf der CD-Rom
  • Literaturverzeichnis

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